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Practica
hace
al
maestra
Soledad und eine andere Lehrerin aus der Queer-Milonga!

Vorweg mal: Um den Tango zu studieren, Buenos Aires ist sicher der beste Ort dafür. Das Kursangebot ist überwältigend, seitenweise kleingedruckt, die Liste der Lehrer scheint nicht enden wollend und noch lange sind nicht alle erwähnt (Martin und Maurizio z.B. hab ich in keiner der Tangogazetten gefunden. Um das richtige zu finden frägt man sich so bei den Touristen durch, probiert mal die eine oder andere Stunde in einer Tangoschule oder beobachtet die Lehrer, die vor den Milongas unterrichten. Wie oft gilt: „durch`s Reden kumman d´Leit zamm“! Ich z.B. war auf der Suche nach speziellem Unterricht für Frauen, die auch führen wollen, nicht so leicht hier, bin aber doch fündig geworden: Montag Nachmittag, „La Maria“, auf der Corrientes , erst kürzlich ins Leben gerufen und sehr empfehlenswert. Eine sehr nette Frauenrunde, zwei sehr versierte Mädels bieten um 15 Pesos( rund 3,5Euro!!!!!) 3 Std Praktika mit Hilfestellung in gemütlicher Atmosphäre inkl. ganz netter Bewirtung (Mate, Kaffee, Kuchen, Limonade), sporadisch gibt es GastlehrerInnen, dann muss man noch in etwa 2.50 drauflegen. Eine Azubi massiert auf Wunsch auch um 15 Pesos!

Apropos Preise: der Gruppenunterricht ist unschlagbar billig, der Zehnerblock im DNI kostet in etwa soviel wie bei uns eine Einheit eines Workshops, da spielt es dann auch nicht so eine Rolle, wenn mal eine Stunde nicht so nach seinem Geschmack verläuft. (Die Preisgestaltung in der sehr niedlichen kleinen Bar dort fand ich hingegen etwas raro, da eine Tasse Filterkaffee mit Milch halb soviel kostet wie eine Tanzstunde!)

Die Stunden da waren sehr unterschiedlich voll und dementsprechend unterschiedlich ist dann halt auch der Lernwert. Das Verhältnis Männer/Frauen ist in den wenigsten Fällen ausgeglichen, meist gibt es mehr Frauen, die dann trotz ständig von den Lehrern angeregtem Partnerwechsel tatenlos herumstehen, für mich doppelt gut, da ich die Gelegenheit nützte, die erlernten Figuren mit verschiedenen Chicas auszuprobieren.

Da ich vornehmlich im DNI Unterricht nahm, kann ich nur dafür eine persönliche Bewertung abgeben. Die Lehrerpaare, meist ganz junge, offensichtlich klassisch ausgebildete Tänzer, sind sehr professionell und nett. Sehr viel Wert wird auf Technik gelegt. Es gibt eigene Technikklassen und vor jeder Tangostunde gibt es einen kleinen Technikblock zum Aufwärmen, sowie ich das ja auch mache. Die Lehrer sind sehr gut vorbereitet und erklären in spanisch sowie englisch genauestens sämtliche Bewegungsabläufe der einzelnen Figuren.

Leider muss ich ein ganz großes Minus für Didaktik ausstellen. Die wirklich guten Erklärungen erfolgen nämlich noch bevor die Schüler den Schritt ausprobiert haben, eine sehr unorthodoxe Methode (ich nenne es zuschaun statt abschaun) des Tanzunterrichts, leider im Tango weit verbreitet. D.h. die Leute stehen 10 Min, manchmal auch länger, um das vorführende Pärchen herum, ohne selbst die erklärten Positionen einzunehmen. Erst danach probieren alle für sich selbst herum und das total überforderte Pärchen kann natürlich bei weitem nicht jedem bei der Durchführung helfen. Die vorausgegangenen Tipps sind leider z.Teil schon wieder vergessen, weil nicht gefestigt durch „Learning by doing“.

So kam ich dann nach mancher  Stunde zu dem Schluss, daß  der gleiche Effekt durch Abschaun bei youtube od ähnl. zu erzielen wäre.


Die Stunden vor den Milongas, wieder extrem billig, sind auch sehr unterschiedlich. Meist wird keine Rücksicht auf Nichtspanischsprechende genommen, oft ist die Akustik durch laute Ventilatoren plus schlechter Funkmikros so miserabel, dass man trotz Spanischkenntnissen nix verstanden hatte


(z.B. Villa Malcom des mir extrem unsympatischen Gabriel Glag...irgendwas)

Praktika X: rund 60Personen im Kurs, kein englisch!




Privatunterricht:

Die bekannteren Lehrer verlangen ziemlich stolze Preise, also mir war´s zu teuer und durch Glück und einen Insidertipp habe ich meine „Soledad“ auf einer Queermilonga gefunden, eine tolle Tangotänzerin, die sich auf´s Führen spezialisiert hat und die zum wundervollen 1 1/2Std Unterrricht um 100 Pesos(rund 25€) zu mir ins Haus kam. Endlich jemand, der mir sehr einfühlsam etwas vom Milonguero-Feeling vermitteln konnte. Leider bin ich auf diesem Sektor ziemlich unbedarft und würde noch mindestens ein Jahr dort brauchen, um ein halbwegs brauchbarer weiblicher Milonguero                      

Zu werden.


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